Anlagenmechaniker/-in (Heizung und Sanitär)

Nachfolgende Informationen zum Berufsbild entnommen aus bzw. eng angelehnt an
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start
Zugriff am 03. Januar 2011
Aufgaben und Tätigkeiten
Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik planen und installieren versor-gungstechnische Anlagen und Systeme. Sie warten diese auch und setzen sie instand.
Sie montieren Heizungs- und Belüftungsanlagen sowie Sanitärinstallationen. Anhand von Arbeitsan-weisungen und technischen Unterlagen planen Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ihre Arbeitsschritte. Sie installieren Wasser- und Luftversorgungssysteme, bauen Badewannen, Duschkabinen und sonstige Sanitäranlagen ein und schließen diese an, stellen Heizkessel auf und nehmen sie in Betrieb.
Dazu bearbeiten sie Rohre, Bleche und Profile aus Metall oder Kunststoff mit Maschinen oder manu-ell. Zudem richten sie elektrische Baugruppen und Komponenten für Steuerungs- und Regelungsvorgänge ein. Ebenso planen und installieren sie Solaranlagen zur Brauchwassererwärmung und binden sie in bestehende Anlagen ein. Nach der Montage prüfen sie, ob die Anlagen einwandfrei funktionieren. Sie beraten Kunden und weisen diese in die Bedienung der Geräte bzw. Systeme ein. Darüber hinaus warten sie Anlagen und Systeme und setzen sie instand.
Fachleute für Heizung, Klima, Sanitär
Energiesparende versorgungstechnische Systeme, die auch mit regenerativen Energiequellen wie der Solartechnik gekoppelt werden können, sind in Neubauten Pflicht. Durch die Energiesparverordnung
(EnEV) müssen außerdem viele ältere Heizungsanlagen erneuert werden, weil Grenzwerte überschritten wurden. Handlungsbedarf besteht auch bei der Sanierung bestehender Bausubstanz, u.a. im Bereich der
sanitären Anlagen.
Der gewerbliche Immobilienbau, z.B. von Bürogebäuden und Gewerbeparks, erfordert umfassende Maßnahmen in der Gebäude- und Versorgungstechnik, und komplexe Industrieanlagen benötigen oft ganz individuelle Lösungen. Dies sind die Aufgabengebiete der Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Sie sind Experten rund um die Sanitärinstallation, Beheizung und Klimatisierung in Gebäuden aller Art und sorgen für moderne Technik im Heizungs- und Lüftungssystem, eine funktionale Badgestaltung und die optimale Trinkwasserversorgung. Beispielsweise bauen sie moderne, energiesparende Heizungsanlagen ein, die mit regenerativen Energien betrieben werden - etwa Holzpelletöfen oder Solaranlagen.
Vorbereitung und Kundenberatung
Bevor sie mit der Ausführung beginnen, planen sie ihre Arbeit. Zunächst verschaffen sie sich vor Ort bei den Kunden einen Überblick. Mit diesen besprechen sie auch energiesparende Maßnahmen und
wirtschaftliche Aspekte. Vom Auftraggeber - Bauunternehmen oder Architekturbüros - erhalten sie meist technische Zeichnungen, z.B. Bauzeichnungen oder Rohrleitungs- und Kanalpläne. Anhand dieser
Unterlagen fertigen sie mithilfe von EDV-Systemen Zeichnungen an, planen den Rohrverlauf und die Bauausführung.
Dabei müssen sie auch mit fremdsprachigen Anleitungen und Fachausdrücken umgehen. Dann schätzen sie den Zeit- und Personalaufwand ab und unterbreiten den Kunden einen Kostenvoranschlag. Nach Auftragsvergabe stimmen sie die Arbeiten mit anderen Gewerken ab, damit der Ablauf auf der Baustelle nicht durcheinander gerät. Zudem beschaffen sie über Informationssysteme Bauteile und Materialien und sorgen für die Bereitstellung von Werkzeugen und Maschinen.
Montage auf der Baustelle
Im Rohbau installieren die Anlagenmechaniker/innen computergesteuerte Heizungsanlagen, die auch Warmwasser bereitstellen. Der Gas-Brennwertkessel wurde bereits im Keller aufgestellt, und die
Heizkörper sind auch schon montiert. Jetzt werden die Ver- und Entsorgungsleitungen für den Heiz- und Wasserkreislauf installiert.
Mit handgeführten und stationären Maschinen und Werkzeugen sägen sie Metall- und Kunststoffrohre nach Skizzen und Zeichnungen zu, schneiden Gewinde, feilen sie auf Maß, biegen sie und montieren sie in die vorgesehenen Aussparungen des Mauerwerks. Die einzelnen Rohrteile schweißen, löten oder kleben sie zusammen, damit ein geschlossener Kreislauf entsteht. Zubehör wie Absperr- und Druckreglerarmaturen bauen sie ebenfalls ein. Nachdem sie die Rohrleitungen mit digitalen oder analogen Mess- und Prüfgeräten auf Dichtheit kontrolliert haben, schließen sie das Rohrnetz an den Kessel an.
Anschließend bauen sie Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen ein, programmieren diese entsprechend der Brauchwasserbevorratung sowie der Heizanforderungen und stellen die Sollwerte ein. Jetzt kontrollieren sie die Funktion der gesamten Anlage. Wenn alles störungsfrei funktioniert, weisen sie den Kunden in die Bedienung der Anlage ein, erklären ihm z.B. die einzelnen Programme, und übergeben ihm die Betriebsanleitung. Für den Nachweis ihrer Leistungen protokollieren sie die Arbeitsschritte. Schließlich fahren die Anlagenmechaniker/innen zurück in die Werkstatt und reinigen und warten die Maschinen und Werkzeuge, damit diese am nächsten Tag wieder einsatzbereit sind.
Die Anlagen müssen funktionieren
Im Rahmen des Kundendienstes warten sie die Heizanlage turnusmäßig nach dem Wartungsplan. Dann prüfen sie die Verbindungen auf Sicherheit sowie Dichtigkeit und kontrollieren die Bauteile und
elektrischen Anschlüsse auf mechanische Beschädigungen und Verschleiß. Zudem überprüfen sie die Einstellwerte z.B. der Mess-, Steuerungs- und Regelgeräte. Stellen sie Fehler und Störungen fest,
setzen sie die Anlage außer Betrieb, beurteilen den Aufwand und reparieren die Bauteile bzw. tauschen sie aus. Anlagenteile und Rohrleitungen reinigen sie umweltgerecht.
Bausanierung: Aus alt wird neu
Im Rahmen einer Bausanierung installieren Anlagenmechaniker/innen z.B. eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung auf dem Dach. Schwindelfrei müssen sie dabei sein. Und um die schweren
Sonnenkollektoren über das Baugerüst auf das Dach zu bringen, müssen sie Hand in Hand arbeiten, Teamarbeit ist also gefragt. Der Bauherr möchte auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
haben.
Die Bäder sollen mit Badewanne, Duschkabine, Toilette und Waschbecken ausgestattet werden. Auch diese Aufgaben übernehmen die Anlagenmechaniker/innen. Um die notwendigen Rohre zu verlegen, werden sie zunächst die Altanlagen demontieren, bevor sie Schlitze in das Mauerwerk schlagen und Mauerdurchbrüche bohren. Sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten sind zunehmend Gesamtlösungen aus dem Bereich Systemtechnik gefragt, die beispielsweise die Komponenten Heizung, Belüftung, Klima, Warmwasser und Isolierung umfassen.
Wenn sie solche Gesamtlösungen entwerfen, arbeiten Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auch mit anderen Fachkräften zusammen.
Die Aufgaben von Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf den Punkt gebracht:
- Rohrleitungen und Bauteile von Ver- und Entsorgungsanlagen montieren (bzw. demontieren)
- Rohrverlegung vorbereiten, dabei z.B. Mauer- und Deckendurchbrüche herstellen
- Rohrleitungen und Blechbauteile verschweißen, löten, verschrauben und befestigen
- Steuer- und Regelungssysteme, Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen wie Absperr-, Regelventile, Temperaturfühler, Druckmessgeräte installieren, einstellen und prüfen
- Heizungs-, Warmwasser- und Wasseraufbereitungs-, Brennstoffversorgungs- und andere Energiegewinnungsanlagen aufstellen, anschließen und einstellen
- Heizkörper installieren, ggf. Flächen- oder Fußbodenheizungen verlegen
- Sanitäre Einrichtungen montieren, z.B. Waschbecken, Duschen, Toiletten
- Bauteile dämmen, isolieren bzw. abdichten, Dichtheitsprüfungen durchführen
- Solaranlagen, Wärmepumpen mit zugehörigen Rohrleitungen, Temperaturfühlern, Steuer- und Regelgeräten installieren
- Elektrische Anschlüsse von Komponenten versorgungstechnischer Anlagen und Systeme herstellen, elektrische Baugruppen und Komponenten in versorgungstechnische Anlagen und Systeme installieren und prüfen
- Bei Sanierungsarbeiten Altanlagen demontieren
- Versorgungstechnische Anlagen und Systeme in Betrieb nehmen, an Kunden übergeben und diese in die Bedienung einweisen
- Funktionen prüfen, Bauteile kontrollieren, elektrische Anschlüsse prüfen
- Einstellwerte von Mess-, Steuerungs- und Regelungsgeräten überprüfen
- Anlagenteile und Rohrleitungen reinigen
- Anlagen einstellen, Wartungsprotokolle erstellen
- Darüber hinaus führen sie auch folgende Tätigkeiten aus:
- Arbeitsabläufe planen und vorbereiten
- Rohrverlauf planen, Maße aus technischen Unterlagen übernehmen und auf Bauteile übertragen (anreißen)
- Geeignete Rohre, Formstücke, Armaturen, Bleche, Profile auswählen
- Materialien aus Kunststoff oder Metall auf das geforderte Maß sägen, schneiden, stanzen, Blechteile z.B. für Lüftungskanäle umformen, Bohrungen für Befestigungen anbringen
- Rohrformstücke wie Bögen, Abzweigungen herstellen, z.B. durch Kalt- und Warmbiegen, Aufweiten, Aushalsen, Gewindeschneiden
- Bauteile, Materialien und Werkzeuge bereitstellen, transportieren und Arbeitsplatz einrichten
- Kunden beraten und betreuen, z.B. über Produkte und
- Dienstleistungsangebote des Betriebes informieren
- Arbeitsergebnisse kontrollieren und beurteilen, Maßnahmen zur
- Qualitätssicherung durchführen
Berufsschule
Der Unterricht in der Berufsschule unterstützt die Ausbildung in den Betrieben und wird von fachkundigen Lehrkräften erteilt. Durch die enge Zusammenarbeit und die Mitwirkung in Prüfungsausschüssen
ist sicher gestellt, dass sich die schulische Ausbildung stets an den Erfordernissen der Praxis orientiert.
In der Berufsschule stehen folgende Lernfelder auf dem Stundenplan:
- Bearbeiten von Kundenaufträgen in SHK-Betrieben
- Warten technischer Systeme
- Instandhalten von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen
- Integrieren ressourcenschonender Anlagen in Systeme der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen
- Bearbeiten von Anlagenteilen mit Maschinen
- Herstellen von einfachen Baugruppen
- Installieren von Trinkwasseranlagen
- Installieren von Entwässerungsanlagen
- Installieren von Wärmeverteilungsanlagen
- Ausstatten von Sanitärräumen
- Einbinden und Einstellen von Komponenten der Heizungsregelung
- Installieren von Anlagen zur Trinkwassererwärmung
- Installieren von Brennstoffversorgungsanlagen
- Installieren einer raumlufttechnischen Anlage
Die Lernfelder orientieren sich an konkreten beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen.
Während der gesamten Ausbildung wird den Auszubildenden vermittelt:
- welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
- wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung funktionieren
- wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
- wie Umweltschutzmaßnahmen beachtet und angewendet werden
Rechtsgrundlagen:
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik/zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Fundstelle: 2003 (BGBl. I S. 1012, 1439, 1543) - Internet - Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Fundstelle: KMK-Beschlusssammlung - Internet
Ausbildungsvergütung / Verdienstmöglichkeiten
Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten. Dazu gehört neben tarifvertraglichen Aspekten auch die Frage, wo die Ausbildung absolviert wird. Die folgenden Anga-ben
dienen nur der Orientierung. Ansprüche können nicht aus ihnen abgeleitet werden
- Ausbildungsjahr 457 €
- Ausbildungsjahr: 491 €
- Ausbildungsjahr: 553 €
- Ausbildungsjahr: 607 €
Stundenpläne
Die aktuellen Stundenpläne finden Sie in Kürze unter der entsprechenden Rubrik der Homepage
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