Bankkauffrau/-mann

Nachfolgende Informationen zum Berufsbild entnommen aus bzw. eng angelehnt an
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start
Zugriff am 03. Januar 2011
Aufgaben und Tätigkeiten
Bankkaufleute beraten ihre Kunden in allen Fragen rund ums Geld. Sie eröffnen Bankkonten, informieren über Kontoführung und Online-Banking und bearbeiten Kundenaufträge im Auslandszahlungsverkehr.
Außerdem weisen sie auf die verschiedenen Möglichkeiten der Geld- und Kapitalanlage hin, z.B. auf Sparbriefe oder Aktien. Bankkaufleute bearbeiten Privat- und Firmenkredite, wobei sie die
Kreditwürdigkeit der Kunden beurteilen und überprüfen.
Sie schließen Bausparverträge, Lebensversicherungen und andere Verträge ab und erledigen Aufträge zur Ein- oder Auszahlung von Bargeld. Im internen Bereich eines Kreditinstitutes planen und steuern sie Arbeitsabläufe. Darüber hinaus führen sie Kontrollen im Rechnungswesen durch und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und innerbetrieblicher Richtlinien. Auch Tätigkeiten im Personalwesen können in ihren Aufgabenbereich fallen.
Bankkaufleute sind in allen Geschäftsbereichen von Kreditinstituten tätig. Vor allem bearbeiten sie Aufträge und beraten ihre Kunden über die gesamte Palette von Finanzprodukten - von den verschie-denen Formen der Geldanlage über Kredite bis hin zu Baufinanzierungen und Versicherungen.
Rund ums Geld
Wenn es ums Geld geht, möchte man möglichst nichts falsch machen. Welches Konto ist für mich das richtige? Wie kann ich mein mühsam Erspartes am besten anlegen? Was sind eigentlich vermögenswirksame
Leistungen?
Bankkaufleute wissen die Antwort. Kompetent und freundlich beraten sie ihre Kunden über zweckmäßige Kontoarten sowie Kontoführung, z.B. Online-Banking. Im Auftrag der Kunden eröffnen sie Konten und verwalten diese.
Bankkaufleute informieren über die verschiedenen Dienstleistungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, z.B. Überweisungen, Lastschriften, Schecks und Kreditkarten. Hierbei weisen sie ihre Kunden auf derzeit geltende Vorschriften, etwa Steuergesetze, hin. Sie nehmen Aufträge zur Ein- und Auszahlung entgegen und führen diese an der Kasse des Kreditinstitutes durch.
Anlagen für die Zukunft
Auch in sämtlichen Fragen der Geld- und Kapitalanlage sind Bankkaufleute kompetente Ansprechpartner und entwickeln z.B. individuelle Anlagekonzepte zur Altersvorsorge. Daher benötigen sie neben
fundierten Kenntnissen über spezifische Anlageformen auch Wissen über Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Renten-, Versicherungs- und Sparmodellen.
Zudem beraten sie Kunden auch über die Anlage von Geldern in Wertpapieren oder Edelmetallen. Hierfür beobachten und analysieren sie die Wirtschaftsentwicklung und den Kapitalmarkt aufmerksam, z.B. in Bezug auf Kursschwankungen an der Börse und neue Anlagemöglichkeiten. Sie führen ent-sprechende Kundenaufträge aus, wobei sie beispielsweise Wertpapiere an in- und ausländischen Börsen kaufen und verkaufen. Außerdem verwahren und verwalten sie Wertpapiere und Wertgegen-stände von Kunden in Tresoren und Schließfächern.
Internationale Bankgeschäfte
Mit ausländischen Währungen und Kursen haben Bankkaufleute ebenfalls zu tun. Sie kaufen und verkaufen ausländisches Bargeld sowie Reiseschecks, nehmen Zahlungsaufträge der Kunden entgegen, prüfen
diese und rechnen Währungsbeträge um. Schließlich veranlassen sie ausländische Korrespondenzbanken, die Aufträge umzusetzen.
Kredite und Finanzierung
Bankkaufleute beurteilen die Kreditwünsche ihrer Kunden und filtern aus den möglichen Kreditformen die richtige heraus. Dabei berücksichtigen sie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Kunden
und beurteilen daraufhin deren Kreditwürdigkeit. Bei Firmenkreditgeschäften analysieren sie Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen und schätzen die Risiken ein, mit denen eine Kreditgewährung
verbunden wäre.
Im Zweifelsfall beurteilen sie mit dem so genannten Ratingverfahten ihre Zahlungsfähigkeit von Firmenkunden und bestimmen den Zinssatz, zu dem die Kreditvergabe erfolgen soll.
Bankkaufleute verstehen es, sich auf immer wieder neue Kundenwünsche einzustellen, sei es am Telefon, am Kundenschalter, im Büro, beim Kunden zu Hause oder in dessen Geschäftsräumen. In individuellen Beratungsgesprächen vermitteln Bankkaufleute ebenfalls Bausparverträge, Lebensversicherungen oder Leasingverträge. Freude am Verkaufen und am Umgang mit Kunden, ein gepflegtes Äußeres, gute Umgangsformen und ein gewandtes Auftreten sind wichtig, um hier beste Erfolge zu erzielen.
Alles unter Kontrolle?
Auch im bankinternen Bereich können Bankkaufleute eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen. Im Rechnungswesen etwa achten sie darauf, dass alle Geschäftsvorgänge ordnungsgemäß gebucht werden. Sie führen
Bestands- und Erfolgskontrollen durch und informieren die Geschäftsleitung darüber, welche Geschäftspartner gerade besonders wichtig sind oder wie sich Kosten und Erträge entwickeln.
Dementsprechend erstellen sie Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen. Darüber hinaus kontrollieren Bankkaufleute, ob alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden, z.B. Gesetze über Versteuerung, Datenschutzvorschriften oder innerbetriebliche Richtlinien. Sie fertigen für die Geschäftsleitung Berichte über ihre Untersuchungen an und arbeiten Verbesserungsvorschläge aus. Außerdem organisieren sie betriebsinterne Prozesse. Unter Umständen beschäftigen sie sich auch mit Personalangelegenheiten.
Die Aufgaben von Bankkaufleuten auf den Punkt gebracht:
- Kunden in Fragen der Kontoführung und des Zahlungsverkehrs beraten und betreuen
- Kunden bei der Wahl der Kontoart und über die Nutzungsmöglichkeiten von Konten beraten
- Konten eröffnen, führen und abschließen
- Kunden über verschiedene Produkte des Zahlungsverkehrs einschließlich Electronic- und Online-Banking-Produkte beraten und diese verkaufen
- Kundenaufträge im Rahmen des In- und Auslandszahlungsverkehrs bearbeiten
- Geld- und Vermögensanlagen anbieten und Wertpapiergeschäfte abwickeln
- Kunden über Anlagemöglichkeiten auf Konten (z.B. Spar- und Termineinlagen, Sparbriefe) beraten
- Kunden über Anlagemöglichkeiten in Wertpapieren wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere,
- Investmentzertifikate sowie in Finanzderivaten (Optionen, Futures) beraten
- Individuelle Konzepte zur Altersvorsorge entwickeln (z.B. Kombination von Spar-, Renten- und Versicherungsmodellen)
- Wertpapierorders bearbeiten
- Ordnungsgemäße Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren sicherstellen
- Kapitalmarkt und Wirtschaftsentwicklungen beobachten und analysieren
- Bauspar- und Versicherungsprodukte in Zusammenarbeit mit den anbietenden Bausparkassen und Versicherungen verkaufen
- Kunden über Ertragsgutschriften aus den verschiedenen Anlageformen und über deren steuerliche Auswirkungen informieren
- Privat- und Firmenkredite bzw. Baufinanzierungen bearbeiten
- Kunden hinsichtlich Privat- und Firmenkrediten, Umschuldungen und Konsolidierungen beraten und betreuen
- Kreditwünsche und Kreditwürdigkeit von Kunden beurteilen, z.B. durch die Analyse von Einkommens- und Vermögensverhältnissen, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen
- Rating durchführen
- Sicherheiten beurteilen und Sicherungsvereinbarungen bearbeiten
- Kreditvorlagen unter Einschätzung der Risiken erstellen
- Laufende Kreditengagements betreuen und überwachen
- Kunden in privaten und gewerblichen Baufinanzierungsangelegenheiten beraten
- Immobilienfinanzierungen abwickeln
- Ggf. kurzfristige Umsatzfinanzierung für Unternehmen durch Übernahme von Geldforderungen aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften leisten (Factoring)
- Auslandsgeschäfte abwickeln
- Kunden über Reisezahlungsmittel beraten
- Sorten (ausländisches Bargeld) und Reiseschecks kaufen und verkaufen
- Kunden in Fragen des internationalen bargeldlosen Zahlungsverkehrs beraten
- Vorgänge im nicht dokumentären Auslandszahlungsverkehr bearbeiten (z.B. Überweisungen, Daueraufträge, Auslands- und Euroschecks)
- Dokumentenakkreditive, Dokumenteninkassi und Garantien im Rahmen von Export- und Importgeschäften bearbeiten (dokumentärer Auslandszahlungsverkehr)
- Export- und Importfinanzierungen abwickeln
- Darüber hinaus führen sie auch folgende Tätigkeiten aus:
- Planungs-, Organisations-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben in bankinternen Bereichen wie Rechnungswesen, Controlling, Datenverarbeitung, Revision und Personalwesen übernehmen
- Innerbetriebliche Arbeitsabläufe planen und steuern
- Geschäftsvorgänge mit Hilfe der Instrumente des betrieblichen Rechnungswesens erfassen, dokumentieren und auswerten
- Kosten und Erlöse von Kundenbeziehungen und Bankleistungen ermitteln und beurteilen
- Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und innerbetrieblicher Richtlinien kontrollieren und überwachen
- Personalauswahl, -einsatz und -entwicklung organisieren bzw. durchführe
Berufsschule
Der Unterricht in der Berufsschule unterstützt die Ausbildung in den Banken und wird von fachkundigen Lehrkräften erteilt, welche den Beruf selbst einmal erlernt haben. Damit ist sicher gestellt,
dass sich die schulische Ausbildung stets an den Erfordernissen der Praxis orientiert.
In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:
- Konten führen
- Modelle für Marktentscheidungen nutzen
- Auslandsgeschäfte abwickeln
- Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten
- Privates und betriebliches Handeln am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
- Unternehmensleistungen erfassen und dokumentieren
- Geld- und Vermögensanlagen und besondere Finanzinstrumente anbieten
- Über Steuern informieren
- Privatkredite bearbeiten
- Kosten und Erlöse zu ermitteln und beeinflussen
- Dokumentierte Unternehmensleistungen auswerten
- Einflüsse der Wirtschaftspolitik zu beurteilen
Während der gesamten Ausbildung wird den Auszubildenden vermittelt:
- Die Grundregeln für Kommunikation und Zusammenarbeit anwenden
- Aufgaben teamorientiert bearbeiten
- Informations- und Kommunikationssysteme aufgabenorientiert nutzen
- Daten sichern und die Datensicherung begründen
Rechtsgrundlagen:
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann/zur Bankkauffrau
Fundstelle: 1997 (BGBl. I 1998 S. 51) - Internet - Rahmenlehrplan für den Beruf Bankkaufmann/Bankkauffrau
Fundstelle: KMK-Beschlusssammlung - Internet
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten. Die folgenden Angaben dienen nur der Orientierung. Ansprüche können nicht aus ihnen abgeleitet werden
- Ausbildungsjahr: 738 bis 754 €
- Ausbildungsjahr: 795 bis 812 €
- Ausbildungsjahr: 850 bis 870 €
Stundenpläne
Die aktuellen Stundenpläne finden Sie in Kürze unter der entsprechenden Rubrik der Homepage
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